Erwin Webers Weihnachtsbrief 1997
 

Melanchthonhaus 1997

Melanchthons Zimmer

Melanchthon Denkmal

Bald ist es wieder Weihnachten, und der 1. December 1997 ist schon vorbei. An dem Tag war ich schon zehn Jahre im Ruhestand. Obwohl ich im kommenden April 77 Jahre alt werde, versuche ich immer noch jedes Jahr nach Deutschland zu reisen, um dort die Lutherstätte zu besuchen und illustrierte Artikel für die Zeitschrift The Lutheran Journal zu schreiben. Eine Liste und kurze Beschreibungen meiner anderen Artikel finden Sie im URL: http://helios.augustana.edu/~ew. Zur Zeit hat der Verlag etwa 150.000 Abonnenten. Leider werde ich wahrscheinlich 1998 nicht nach Deutschland kommen können.

Zur Zeit arbeite ich an sechs Artikel für das 500-jährige Jubiläum der Gerburt Philip Melanchthons. Der erste Artikel ist schon herausgekommen. Der Zweite ist jetzt beim Drucker. Der Dritte, der sich um das Melanchthonhaus in Wittenberg handelt kommt im Frühling heraus. Oben links sehen Sie das Haus, das für die Melanchthon Familie im Jahre 1536 gebaut wurde. Für das Jubiläumsjahr 1997 wurde es ganz gründlich renoviert. Die Aufnahmen oben habe ich im Oktober 1997 gemacht. Daneben sehen Sie das von mir geknipste Studier- und Sterbezimmer Melanchthons. Leider sind keine Möbeleinrichtungen von Melanchthon erhalten. Was man sieht, sind Nachahmungen. Aber das Haus stand schon 450 Jahren an demselben Ort in der Collegienstrasse in Wittenberg.

Melanchthon war Luthers bester Freund und Wegbegleiter. Er verfasste das Augsburger Bekenntnis von 1530. Luther sagte, es sei eine gute Arbeit und er könne nichts daran ändern. Auf dem Marktplatz von Wittenberg stehen zwei grosse Denkmäler vor dem Rathaus. Das eine is ein Standbild von Martin Luther mit der Bible in der Hand. Es wurde 1821 eingweiht. Das andere ist das von Melanchthon, 1565 aufgestellt. Es hat die gleiche Grösse wie das von Martin Luther. Melanchthon hält das Augburger Bekentnnis in der rechten Hand. Die Denkmäler zeigen, dass Melanchthon genau so wichtig für die Reformation ist, wie Martin Luther. Das sieht man noch einmal in der Schlosskirche zu Wittenberg. Dort liegt Melanchthon neben Luther begraben. Sein Grabmal hat dieselbe Grösse wie Luthers. Fragt man aber einen Lutheraner auf der Strasse, wer Melanchthon ist, wissen die meisten nichts von ihm.

Daher wurde ein deutsches Video herausgegeben, welches das Leben und Leiden Melanchthons schildert. Und ich habe mir vorgenommen, den Text ins Englische zu übersetzen. Dann hat man eine bessere Ahnung was der Mann geleistet hat und warum er am Ende seines Lebens so traurig war. Denn als Kind hat er den Krieg erlebt. Darum hatte er sein ganzes Leben lang Angst vor dem Krieg gehabt. Wie Luther wollte Melanchthon die alte Kirche reformieren. Er wollte keine Spaltung der Kirche, und keinen Relegionskrieg. Er wollte alles tun, um den Krieg zu verhindern. Daher hatte er so viele Kompromisse gemacht und das betont, was den Christen zusammenbringen, und nicht, was ihnen auseinander hält.

Aber allein konnten Luther und Melancthon die alte Kirche nicht reformieren. Viele haben beiden geholfen. Und so haben mir auch viele Leute in Deutchland geholfen. Es waren zum Beispiel, Dr. Heinz Scheible und Dr. Johanna Loehr an der Universität Heidelberg; Dr. Stefan Rhein vom Melanchthonhaus in Bretten; Dr. Ulrich Köpf und Dr. Martin Jung an der Universität Tübingen, und Gabriel Eberle aus Tübingen. In Wittenberg waren es Dr. Martin Treu von der Lutherhalle; Dr. Christianne Hennen vom Melanchthonhaus; Dr. Wolfgang Böhmer und Frau Ferchland von der Leucorea; der Oberbürgermeister Naumann und Jörg Bielig vom Rathaus; Pfarrer Hasse, der ehemalige Pastor der Stadtkirche; die Familie Dorbrietz vom "Grauen Wolf"; die Familie Jacob; und die Familie Roloff vom "Gasthof zur Elbe". In Dattenfeld waren es die Familien Weber, Joest und Schuhmacher. Es waren die Beckmanns aus Heygendorf; die Familien Klaus und Joachim Beyer aus Weimar; die Familie Bredenbroeck aus Schladern; Dr. Karl Heinz Pollok an der Universität Passau und die Familie Ecker aus Passau; die Familie Breitfeld aus Wuppertal; die Familie Hufnagel aus Bad Godesberg; die Familie Müller aus Mellnsdorf; und die Familien Quiatkowski, Petrichkeit, und Bein aus Leichlingen;

Nun wünsche ich Euch alle fröhliche Weihnachten und ein glückliches Neues Jahr. Hoffentlich sehen wir uns alle wieder in den kommenden Jahren.

Erwin Weber

Dezember, 1997


Anbetung der Hirten Cranach d. J., 1564

Das Gemälde ist ein Epitaph Caspar Niemegks und seiner Frau. Die beiden knieen unten vorne. Die Niemegks waren berühmte Bürger der Stadt Wittenberg. Von 1521-1525 war Anton Niemegk Bürgermeister der Stadt Wittenberg. Das Gemälde (Öl auf Holz 1.65 x 1,12 m) befindet sich hinter dem Altar der Stadtkirche zu Wittenberg. Die Charaktere sind als wolhabende Bürger der Stadt Wittenberg dargestellt. Der bühnenartige 16. jahrhunderte Stall steht in der typischen Landschaft von Wittenberg. Oben sprachen die Engel, "Ehre sei Gott in der Höhe, und Friede auf Erden, und den Menschen ein Wohlgefallen." Lukas 2:14.